Sonic Network no.9 in Berlin

(Deutsch unten)

Sonic Network No. 9

John Aslanidis [AUS], Malerei / Painting + Brian May [GB], Toninstallation / Soundinstallation

dr. julius | ap is pleased to announce a cooperation of Australian painter John Aslanidis and Berlin-based British musician Brian May. This will be the first vision + sound installation ever in the gallery of the New Concrete. The exhibition will comprise of a large painting, Sonic Network No.9, constructed of four panels measuring 244 cm in height by 304 cm in length, and a generative sound piece, which will be a response to the painting.

In the sonic network paintings John Aslanidis uses a set of mathematical intervals, which are relative to a grid on each of the four canvases. The drawing he derives these intervals from is akin to a “musical score”. This is a drawing of compositional intervals, which Aslanidis has used in composing the sonic network series. It is from these compositional points that Brian May has written an algorithm which determines the characteristics and timing of the tones in relation to the points as conceived in the sound piece. The sine wave tones created are audio representations of circular forms.
Brian May’s sound piece will be using the programming language for sound synthesis SuperCollider to compose, produce and play the piece, which will be played in conjunction with the painting from a computer through a sound system for the duration of the exhibition. The sound piece is generative and infinite, with no fixed start or end point in the composition. This correlates with the idea of infinity, a basic element of the sonic network series.

Consequently, the interaction between the sound piece, the painting and the observer will always be different, as the painting perpetually shifts upon being viewed and the sound piece emanating from SuperCollider mirrors this. The intention of the sound piece is to create an equivalent of the reverberating patterns and geometric shapes, resembling the patterns in the painting. In addition to this the composer will be taking into consideration the structure and composition of the painting and respond to the moiré patterns – which will be represented via audio interference of the sine waves, known as beat frequencies in the sound piece. Using SuperCollider, Brian May will be able to create sounds which correspond to colours emanating from the painting. Order and chaos is present in both the sound piece and the painting, the resulting effect being one of synergy between analogue and digital mediums.

Brian May [born 1966 in Manchester, GB] has been producing and performing music across Australia, Japan, Europe and North America since 1990. Currently he is working as music producer and sound artist in Berlin, performing on a regular basis internationally. The first collaboration between John Aslanidis and Brian May was in an exhibition at Austral Avenue Melbourne in 2006. In this exhibition Brian May composed a sound piece in response to Sonic Network No. 2.

John Aslanidis [* 1961 in Sydney, AUS] has a history working in the area of music and sound, having been part of Clan Analogue – a collective of sound and visual artists based in Sydney and Melbourne in the 1990s – and later being a visual artist on Zonar recordings, an electronic music label based in the late 1990s and early 2000s In 2011, for the exhibition “Sounds Good”, curated by Claudia Calirman at Location One in New York, John Aslanidis, Katy Dove, Phoebe Hui, Sophie Hunter, Miler Lagos, John O’Connell, Gonzalo Puch, and Zane Saunders all collaborated to create a visual responses to a collaborative sound piece. In addition to this Aslanidis participated in the exhibition “Sound and Vision” at Mc Kenzie Fine Art In New York, with Gilbert Hsiao, Daniel Hill and Laura Watt. Aslanidis has been participating in “mehrfach -_ multiple” in December 2010, a group exhibition featuring all dr. julius | ap artists.

 

(Deutsch)

dr. julius | ap zeigt in der Galerie der Neuen Konkreten mit der Kooperation des australischen Malers John Aslanidis und dem in Berlin lebenden Musiker Brian May aus Großbritannien erstmals eine Bild+Ton-Installation. Gemeinsam setzen Aslanidis und May das großformatige Gemälde Sonic Network No.9, das aus vier Tafeln besteht und 244 cm in der Höhe mal 304 cm in der Breite misst, sowie ein generatives Musikstück, das als Antwort auf die Malerei konzipiert ist, mit einander in Beziehung.
In seiner Gemälde-Serie Sonic Network verwendet John Aslanidis jeweils eine Reihe mathematisch entwickelter Intervalle, welche durch ein auf die Leinwand übertragenes Raster Brennpunkte sich überlagernder Kreisgeometrien definieren. Diese in Zeichnungen erarbeiteten kompositorischen Intervalle werden dabei gewissermaßen zur „Partitur“ der Gemälde dieser seit vielen Jahren bearbeiteten Serie.
Ausgehend von diesen kompositorischen Fixpunkten in Aslandis’ Gemälde Sonic Network No. 9 hat Brian May einen Algorithmus entwickelt, der die Charakteristika und die zeitliche Abfolge der Töne in Bezug auf diese Punkte bestimmt. Das dadurch entstehende Klang-Stück ist so konzipiert, dass ausschließlich reine Sinus-Töne unterschiedlicher Wellenlängen erzeugt werden. Diese werden somit zu Audio-Darstellungen der Kreisformen des Gemäldes.
Brian May verwendet für seine Tonkomposition die für Echtzeit-Klangsynthese und algorithmische Komposition entwickelte Programmiersprache SuperCollider, mit welcher das Stück sowohl produziert als auch wiedergegeben wird. In der Ausstellung wird es als mit dem Gemälde korrelierende Toninstallation über ein im Raum angebrachtes Sound-System von einem Computer in Echtzeit erzeugt werden.
Das Klang-Stück ist generativ und endlos, ohne festen Anfangs- oder Endpunkt. Dies korreliert mit der Idee unendlicher Fortsetzung geometrischer Strukturen, die ein grundlegendes Element der Sonic Network-Serie ist. Folglich wird sich die Gesamt-Wahrnehmung der Ausstellung durch die Interaktion von Klang-Stück, Gemälde und Betrachter permanent wandeln: Die durch die Änderung des Blickwinkels beständig auftretenden optischen Verschiebungen der geometrischen Formen des Gemäldes werden im Klang-Stück mithilfe der Programmierung von SuperCollider jeweils als sich verändernde Tonfrequenzen gespiegelt.
Die Intention des Klang-Stücks ist es somit, ein hörbares Äquivalent zu den optisch vibrierenden Mustern und geometrischen Formen der Malerei zu erzeugen. Die grundlegenden Charakteristika des Gemäldes wie Farbe, Struktur, Komposition sowie die durch die mehrschichtigen Kreisgeometrien entstehenden Moiré-Muster werden durch die vielfältigen Überlagerungen der Sinus-Tonwellen des Klang-Stücks reflektiert. Weitere Gesichtspunkte der Bild+Ton-Installation sind etwa die Frage nach Ordnung und Chaos, welche sowohl durch die generative Toninstallation als auch in der Malerei gestellt wird, sowie das Verhältnis von analogen und digitalen Medien und deren möglichen Synergien als Resultat ihrer Kombination.

Brian May [*1966 in Manchester, GB] komponiert, produziert und spielt seine Musik seit 1990 in Australien, Japan, Europa und Nordamerika. Derzeit lebt und arbeitet er als Musikproduzent und Klangkünstler in Berlin und tritt regelmäßig auf internationalen Bühnen und Festivals sowie in Klubs weltweit auf. Die erste Zusammenarbeit von John Aslanidis und Brian May fand in einer Ausstellung in der Galerie Austral Avenue in Melbourne im Jahr 2006 statt. Dabei entwickelte Brian May ein Musikstück in Reaktion auf Sonic Network No. 2.

John Aslanidis [*1961 in Sydney, AUS] lebt und arbeitet in Melbourne. Er hat als Maler eine intensive Beziehung zu Musik und Klang: Er war in den 1990er Jahren Mitglied des Clan Analogue, einem Kollektiv von Klang- und bildenden Künstlern in Sydney und Melbourne und später bildender Künstler des elektronischen Musik-Labels Zonar Recordings. In der Ausstellung „Sight and Sound – die Geschichte der Musik und Abstraktion in der australischen Kunst“, die von Steven Tonkin im Arts Centre in Melbourne im Juni 2010 kuratiert wurde, arbeitete John Aslanidis mit dem Cellist und Komponist Ben Skepper aus Tokio zusammen, der ebenfalls ein Musikstück auf das Gemälde Sonic Network No. 2 komponierte. 2011 folgte „Sounds Good“, eine von von Claudia Calirman in Location One in New York kuratierte Gruppenausstellung, in der John Aslanidis, Katy Dove, Phoebe Hui, Sophie Hunter, Miler Lagos, John O‘Connell, Gonzalo Puch und Zane Saunders eine kollektive visuelle Reaktion auf ein gemeinsames Musikstück erarbeiteten. Zusätzlich war Aslanidis 2011, gemeinsam mit Gibert Hsiao, Daniel Hill und Laura Watt, an der Ausstellung „Sound and Vision“ bei McKenzie Fine Art in New York beteiligt. Aslanidis ist mit dr. julius | ap seit der Ausstellung „mehrfach _ multiple“ im Dezember 2010 verbunden.

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